Projektumriss

Motivation

Krisen und Schadensereignisse können das gesellschaftliche Leben und wirtschaftliche Prozesse erheblich beinträchtigen. Dabei muss es sich nicht um Katastrophen handeln, auch der regionale Ausfall von Telekommunikationsanlagen über Stunden oder Tage kann z. B. weitreichende Folgen haben. Konzepte zur Vernetzung der Akteure können eine Notfallkommunikation unterstützen und dazu beitragen, die Krise besser zu bewältigen und schneller zum normalen Leben zurückzufinden.

Ziele und Vorgehen

Im Fokus des Projekts KontiKat steht die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung des gesellschaftlichen Lebens nach größeren Schadensereignissen und Katastrophen. Im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsansatzes werden Möglichkeiten untersucht, wie eine zivilgesellschaftliche und betriebliche Kontinuität in Krisen gewährleistet werden kann. Hierzu sollen empirische Studien zur Erfassung der sozialen Vernetzung der Bevölkerung sowie von kleinen und mittleren Unternehmen durchgeführt werden. Die Schwerpunkte liegen auf der Nutzung sozialer Medien sowie innovativen Ansätzen für ein kooperationsbasiertes Risiko- und Notfallmanagement. Dabei werden auch technologische Lösungen als Werkzeuge für Behörden mit Sicherheitsaufgaben und Unternehmen erarbeitet.

Innovationen und Perspektiven

Die Ergebnisse tragen dazu bei, die Selbstorganisation, Hilfeleistungen und Notfallkommunikation in Krisensituationen zu fördern. Dabei sollen insbesondere soziale Medien zur Interaktion und gegenseitigen Unterstützung der Akteure genutzt werden. Die Vernetzung innerhalb der Bevölkerung wird ebenso gestärkt wie die Zusammenarbeit von kleinen und mittleren Unternehmen, um gemeinsam Infrastrukturausfälle und Naturkatastrophen besser zu bewältigen.

Zivilgesellschaftlich und betrieblich

Zivilgesellschaftliche Kontinuität der Bevölkerung

  • Annahme: Die Bevölkerung ist eine ausfallsichere Infrastruktur gewöhnt.
  • Problem: Tausende Telefonanschlüsse um Siegen waren tot, die Internetseiten von Behörden und Rettungsdiensten offline, der lokale Radiosender außer Betrieb. Die Facebook-Seite der Kreisleitstelle wurde auch von der Bevölkerung als Informationsquelle genutzt.
  • Fragestellung: Wie können sich Bürgerinnen und Bürger in Katastrophensituationen z.B. über soziale Medien vernetzen und Hilfe organisieren?
  • Ansatz: Die soziale Vernetzung ermöglicht der zivilen Bevölkerung den verbesserten Umgang mit derartigen Problemlagen.

Betriebliche Kontinuität der Unternehmen

  • Annahme: Unternehmen sind von kontinuierlicher Versorgung mit Elektrizität und Telekommunikation abhängig.
  • Problem: Störungen im Kundenkontakt (77%) und internen betrieblichen Abläufen (40%), Schäden im zweistelligen Millionenbereich (IHK Siegen, 2013).
  • Fragestellung: Wie können sich Unternehmen vernetzen und in Notlagen gegenseitig unterstützen?
  • Ansatz: Kooperation und Vernetzung mit anderen Unternehmen kann entscheidend zur betrieblichen Kontinuität und zur Katastrophen-Resilienz beitragen.